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Nahezu 50 Jahre bewirtschaften wir jetzt unseren Garten in Fürstenberg. Dabei hatten wir das grosse Glück, einen alten Baumbestand vorzufinden, der heute den Rahmen für das ganze Areal abgibt

 

Der Garten selbst besteht aus Gartenräumen, die von Hecken eingefasst sind. In den nahezu 50 Jahren haben wir den Garten Stück für Stück entwickelt, wobei die Flächen mit den Dreiecksbeeten und dem Basin in der Grundstücksmitte den Anfang bilden. Unsere Phantasie und Neugier waren immer wieder Ausgangspunkt, Neues zu schaffen oder auszuprobieren.

Vor 10 Jahren wurde der Garten erweitert durch die Aufforstung einer inzwischen überflüssigen Pferdeweide. Das "Wäldchen"- so heisst es jetzt- besteht aus einem Gemisch aus Laub- und Nadelbäumen, unter Einbeziehung zweier inzwischen ausgewachsener Baumgruppen.

 
 
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Der verheerende Sturm Friederike warf 2019 alle Fichten zu Boden, die als Begrenzung des Grundstücks in den 70iger Jahren des vorigen Jahrhunderts gepflanzt waren. Inzwischen ist begonnen neu zu Pflanzen nunmehr wie bisher nicht als Monokultur sondern als Mischpflanzung aus Laub- und Nadelbäumen im Wechsel mit Sträuchern, Stauden und repräsantiven Gräsern.

 
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Durch die Beendigung der Pferdehaltung wurde der Reitplatz im Garten überflüssig. Auf dieser Fläche von 20 mal 40 Metern ist inzwischen ein Gartenteich angelegt worden umpflanzt mit Stauden und Gräsern. Die übrige Fläche des Reitplatzes wird aufgeforstet. Dabei legen wir besonderen Wert auf farbliche und praktische Zusammensetzung der einzelnen Sträucher und Bäume. In dieser Richtung geht im vorderen niedrigen Pflanzenteil ein Wechsel aus Gräsern, farbigen Sträuchern und Koniferen.

Durch das Buchsbaumsterben in den letzten Jahren gingen die Buchs- Einfassungen einiger Beete verloren. Das stellte sich schließlich nicht als Nachteil heraus, vielmehr wirken die Beete jetzt offener und weniger nostalgisch.

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Die allgemeinene Zusammensetzung der Stauden hat meine Frau in den letzten Jahren insofern geändert, als grössere Farbflächen geschaffen wurden. Dabei hat sie grossen Wert auf bessere Beschattung des Bodens gelegt, um das Jäten von Unkraut uaf ein Mindestmas zu beschränken.

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Von einem Freund bekamen wir vor 20 Jahren eine Paulowina, einen Blauglockenbaum geschenkt, der bisher wenige, wenn auch besonders schöne Blütenglocken brachte. Weshalb der Baum 2019 in unglaublicher Fülle blühte, hat wohl klimatische Gründe.

Das Staudenbeet über dem Reitplatz haben wir aufgegeben, um die dort wachsende Libanon- Zeder besser zur Wirkung kommen zu lassen. Der Baum ist jetzt etwa 25 Jahre alt.

Für einige Kamelien hatten wir ein Schutzdach gebaut, um die Pflanzen vor Frost und nasser Kälte ausgangs des Winters zu schützen. Inzwischen stiessen sie oben und seitlich an die Begrenzung. Sie stehen jetzt frei da, wobei wir hoffen, dass sie genügend winterhart sinf. Ermutigt durch frohen Wuchs und herrliche Blüten im zeitigen Frühjahr haben wir jetzt weitere Kamelien am "Kamelienweg" gepflanzt.

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So ändert sich der Garten ständig durch den normalen Verlauf des Wetters, durch den Klimawandel und schlieslich auch durch unsere eigenes Tun. Man sagt: Du kannst nicht zweimal in denselben Fluss steigen, so kann man auch kaum zweimal in denselben Garten gehen. Alles fliesst. Diese ständige Veränderung macht den Reiz eines Gartens.

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